Stiftsgebäute mit St. Bonifatius Kirche

In den fruchtbaren Niederungen des Werratales entstand vermutlich bereits im 9. Jahrhundert die vom Kloster Fulda abhängige Benediktinerpropstei Großburschla. Ende des 10. Jahrhunderts erneuerte Abt Werinhar von Fulda diese klösterliche Niederlassung und stattete sie mit einer prachtvollen Kirche aus.

Spätestens in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde das klösterliche Anwesen zum Kollegialstift, einem säkularen Chorherrenstift, das das Bonifatiuspatrozinium besaß.
Das Fehdewesen des 13. Jahrhundert ließ das Werragebiet wiederholt zum Kriegsschauplatz werden und zog auch den Stift in Mitleidenschaft. Kirche und Stiftsgebäude wurden zerstört und beschädigt. Weitere Zerstörungen erfolgten in den Jahren des Bauernkrieges.
Seit etwa 1800 fand die ehemalige Stiftskirche von Großburschla als Pfarrkirche Verwendung.
Obwohl sie umgebaut und verschiedentlich erneuert wurde, sind heute noch viele architektonische Elemente vorhanden, die in die Zeiten ihrer bewegten Vergangenheit zurückreichen. Die Seitenwand eines romanischen Mittelschiffes hat sich größtenteils erhalten. Sie ruht auf Säulen und Pfeilern, die miteinander abwechseln. Die Säulen tragen romanische Würfelkapitelle. Besonders auffallend sind zwei Säulen, die man in einem Seitenraum des Chorraumes in der Verlängerung der genannten Kirchenwand eingemauert fand und die bei Restaurationsarbeiten freigelegt wurden.

(Quelle: Artikel eh. Pfarrer Thomas Anbau)

 

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